Quo Vadis

WIR BRAUCHEN KITAPLÄTZE – das haben sich schon viele Eltern gedacht. Anfang 2018 haben wir (Mütter, Väter, Freund*innen) uns zusammengefunden, um eine kinderfreundliche Demo am 26. Mai 2018 zu organisieren, damit wir auf das Problem der fehlenden Kitaplätze aufmerksam machen können. 3500 Menschen haben lautstark gefordert: “Kitaplätze schaffen – Erzieher*innen unterstützen. JETZT!”

Unseren ersten Erfolg erzielte unser Engagement bereits in der Vorbereitung zur Demo. Die ANERKENNUNG DES PROBLEMS von Medien und Politik, dass wir in einer waschechten KITAKRISE stecken. Viele Eltern und Erzieher*innen haben mit der Presse gesprochen, eigene Blog-Beiträge geteilt und bei unserer Social-Media-Kampagne #IchhabedieKitakrise mitgemacht.

Wir haben deutlich gemacht: es gibt strukturelle Probleme. Jede verzweifelte Mutter, jeder überarbeitete Tagesvater, jede wütende Erzieherin, die in die Öffentlichkeit getreten sind haben den Begriff KITAKRISE mitgeprägt und für die mediale und politische Aufmerksamkeit gesorgt.

Das ZUSAMMENKOMMEN von Gewerkschaften, Eltern, Kitaträgern, Erzieher*innen, Tagespflegeeltern usw., dass wir für die Demo geschaft haben, ist Teil unseres Erfolgsgeheimnisses. Wir lassen uns nicht gegeneinander auspielen, sondern werden gemeinsam für strukturelle Verbesserungen laut.

Durch diesen tollen Erfolg wurde die Politik gezwungen einen KITA-KRISENGIPFEL einzuberufen: die Bildungssenatorin Sandra Scheeres, ihre Verwaltung, Kitaträger, Fachschulen, Gewerkschaften, Elternverteter*innen, Vertreter*innen der Zivilgesellschaft und wir berieten uns, zu möglichen Lösungen der Kitakrise. Die Politik und Verwaltung wurde gezwungen unsere Sicht und Lösungsansätze zuzuhören.

Im BERLINER ABGEORDNETENHAUS (dem Parlament) gab es durch unseren Druck eine AKTUELLE STUNDE zur Kitakrise. Alle Parteien debatierten über ihre Strategien gegen die Kitakrise. Der Runde Tisch LIEGENSCHAFTSPOLITIK Berlin im Berliner Abgeordnetenhaus hat ein Treffen zur Problematik der Räumlichkeiten in der Stadt für Kitas gewidmet.

 

Neben unserer Demo haben wir auch fast 70.000 UNTERSCHRIFTEN mit unser PETITION FÜR MEHR KITAPLÄTZE gesammelt auf change.org/kita – am 5. September 2018 haben wir diese dem Chef der Senatskanzlei Christian Gaebler überreicht.

Der REGIERENDE BÜRGERMEISTER MICHAEL MÜLLER wollte unsere Petition nicht öffentlich entgegennehmen. Aber im Rahmen der Bürger*innensprechstunde haben wir ihn ihm Anschluss an die Petitionsübergabe zu einem Gespräch über die Kitakrise treffen können. Unser Credo: Die Kitakrise muss Chefsache werden!

Die Initiative Kitakrise Berlin hat sich bundesweit mit anderen Eltern beim Bundeskitaelternkongress in Kiel vernetzt. Wir haben dort die BUNDESFAMILIENMINISTERIN FRANZISKA GIFFEY getroffen, und mit Nachdruck erklärt, dass die Gelder vom GUTE-KITA-GESETZ in Berlin für die pädagogischen Fachkräfte verwendet werden müssen: für bessere Arbeitsbedingungen und Bezahlung. Eltern stehen für unsere Erzieher*innen und Tageseltern ein.

Wir konnten KLEINERE ERFOLGE verbuchen. Eltern bekommen die Kosten für Babysitter*inen erstattet. Durch unseren Druck wurde diese zuvor befristete Maßnahme verlängert. Die Bürger*innenberatung im Roten Rathaus hilft betroffenen Familien ihre verauslagten Kosten erstattet zu bekommen. Das Personal in den Jugendämtern für die Kitaplatzvermittlung wurde Berlinweit aufgestockt.

Eltern verbünden sich, damit nicht jede*r für sich allein kämpft und Notlösungen finden muss, sondern wir gemeinsam Druck machen für einen schnellen und nachhaltigen Kitaplatzausbau. Am 10.11.2018 vermittelte die Rechtsanwältin Anna Gilsbach kompakt alle INFORMATIONEN ZUR KITAPLATZKLAGE UND EINFORDERUNG DES VERDIENSTAUSFALLS für Eltern in der Kitakrise. Kinder, Eltern und pädagogische Fachkräfte dürfen die Konsequenzen der Kitakrise nicht länger ausbaden. Wir informieren Eltern, damit alle Kinder dieselbe Chance auf Frühe Bildung in der Kita haben.

Wir, die Kitakrise Berlin – mittlerweile Mütter, Väter, Tageseltern und Erzieher*innen – sind eine Graßwurzelbewegung. Wir fordern GUTE KITAS FÜR ALLE. Wir bereiten aktuell eine SOLIDARISIERENDE BEFRAGUNG und ERZÄHLCAFÉS vor und werden bei den TARIFVERHANDLUNGEN 2019 unsere Erzieher*innen unterstützen!

Eins ist klar: allein kann niemand etwas erreichen, nur ZUSAMMEN werden wir gehört!