Unsere Briefe an Michael Müller

Wir haben 130 Beiträge gesammelt Mit unserer Aktion #Alliwantforchristmas haben wir über 130 Briefe und Beiträge gesammelt. Vielen Dank, dass ihr eure Gedanken und Wünsche so zahlreich mit uns und dem Regierenden Bürgermeister von Berlin geteilt habt! Am Freitag, den 21.12.2018, übergaben wir alle Einsendungen am Roten Rathaus.

Hier findet ihr (bald) alle Beiträge, bei denen die Autor*innen einverstanden waren, dass ihre Briefe an den Regierenden Bürgermeister veröffentlicht werden.


Lieber Michael Müller,

Ich erwarte im Januar 2019 meine kleine Tochter! Seit kurzem bin ich im Mutterschutz, gehe aber normalerweise Vollzeit arbeiten. Dies möchte ich auch sehr gern wieder tun, denn als Alleinerziehende kann ich schon kaum vom Elterngeld leben und bin auf mein volles Gehalt angewiesen. Aber nach den 14 Monaten Elterngeld, stehe ich mit nichts da.

Ich habe bereits 23 Kitas angeschrieben. Bei 4 stehe ich auf der Warteliste. Viele haben mir bereits aber geantwortet, dass vor Sommer 2020 gar nichts zu machen sei bzw. einige meinten gleich, sie nehmen keine Kinder mehr auf oder nur Kinder aus den Geburtsjahren von 2015!!! Ich freue mich so sehr auf mein Kind, aber nicht, wenn ich dadurch Gefahr laufe, arbeitslos zu werden und dadurch in Armut zu geraten!


Lieber Herr Müller, ich wünsche mir zu Weihnachten, dass ich gemäß des gesetzlichen Anspruchs ab spätestens dem 1. Geburtstag meiner Tochter einen Kita-Platz für sie in der Nähe meiner Wohnung bekomme. Schön wäre dafür ebenso eine stressfreie Suche, da man von einer Mutter mit einem Neugeborenem nicht erwarten sollte, alle möglichen Kitas regelmäßig persönlich zu kontaktieren um sicher zu stellen, dass man weiterhin auf der Warteliste bleibt, die selbst ja auch kein Garant für eine feste Zusage ist.

Ich möchte mich unbeschwert auf mein Kind freuen können und unbeschwert die Zeit mit meinem Kind genießen können und eben auch unbeschwert meinen mütterlichen Pflichten während der Elternzeit nachkommen. Deshalb, lieber Herr Müller, wünsche ich mir von Ihnen schnellstmöglich die Beteitstellung aller benötigten und derzeit fehlenden Kitaplätze für Berlin! Herzlichen Dank im Voraus und frohe Weihnachten für Sie und Ihre Familie Eine zutiefst besorgte Mutter


Lieber Bürgermeister,

Wir hatten erst 8 Monate später einen Kitaplatz als eigentlich geplant. Die Zeit ohne Platz war für uns eine voller Bangen, Überbrückungsmaßnahmen und oft auch schierer Verzweiflung.



Lieber Regierender Bürgermeister,

Wir haben alle Kitas in Friedrichshain, Lichtenberg, sowie erreichbares Mitte, Treptow und Hellersdorf angeschrieben, weil wir einen Platz zum 1.8.19 benötigen. wir bekamen nur Absagen bzw stehen bei vllt 10 Kitas auf der Warteliste.. :-/ Sehr traurig. Unser Sohn ist dann fast 2 und er hat außer uns niemanden. (Keine Familie weiter) und so wären wenigstens die sozialen Kontakte wichtig. Mit freundlichen Grüßen, Marlene Schwarz

Was ich mir zu Weihnachten wünsche: Dennoch käme hier der Wunsch ‚Gesundheit‘, denn dies steht über Allem.


Lieber Herr Müller,

Wir haben Kontakt zu 80 Kitas und Tageseinrichtungen und nach über einem Jahr Suche noch keinen Kitaplatz.
Was ich mir zu Weihnachten wünsche: Einen Teppich

Lieber Bürgermeister,

Zuerst hat mich die Krise bei meinem ersten Kind betroffen: ich bin jeden Tag zwei Stunden von Prenzlauer Berg nach Charlottenburg mit Ihr gefahren. Das war für uns beide schrecklich. Nun suche ich einen Platz für meinen Sohn, der gerade geboren ist. Geschwisterbonus gibts nicht mehr. Für meine Tochter habe ich mittlerweile einen Platz, aber stellen Sie sich vor: oft können die Kids nicht raus gehen, das Laternenfest musste ausfallen und das alles, weil es nicht genug Erzieher gibt.
Das machte mich Anfangs wütend, mittlerweile nur noch traurig. Ich möchte nicht, dass meine Kinder in der Kita einfach nur gefüttert und betreut werden. Ich möchte, dass sie glücklich sind. Und das geht nur mit mehr Erziehern. Lieber
Herr Müller, ich kenne die Details von politischen Kompetenzen leider zu wenig, um hier einen qualifizierten Vorschlag zu machen. Deshalb nur so viel: In jedem Job, den ich kennengelernt habe, wurde jemand, der über 10 Jahre seinen Zielen hinterher hinkt und Lügen erzählt (9.000 freie Kitaplätze, ja sind wir den in Trumps Amerika???), solchen Menschen wurde schlicht und einfach gekündigt.
Ich kann einfach nicht mehr verstehen, weshalb jemand wie Frau Scheeres und Ihr Team noch immer dort arbeiten dürfen, wo sie nichts bewegen. In jedem Konzern hätte so ein Verhalten Konsequenzen. WARUM NICHT HIER? Hier geht es doch um unsere Kinder? Denken Sie doch bitte mal eine Sekunde an Ihre eigenen Kinder, wie sehr sie sie lieben und wie sehr sie wollen, dass sie gut aufgehoben sind. Und dann betrachten Sie die aktuelle Situation….
 
Was ich mir zu Weihnachten wünsche:
 
Mehr Kitaplätze mit hoher Qualität, also mehr Geld für Erzieher in Kitas und für Tageseltern.
 

Lieber Michael Müller,

Nach dem Umzug innerhalb Berlins bekamen wir keine Kita-Plätze für unsere jüngeren Kinder. Meine Kinder und mein Mann pendeln nun jeden Tag drei Stunden. Darüber schrieb ich auch auf meinem Blog Mamaskind: https://mamaskind.de/familie/kein-kita-platz-berlin-umzug/
 
Ich wünsche mir Kita-Plätze in der Kita, die wir uns aussuchen. Kita-Plätze, die keine Notlösung sind, sondern wo die Kinder an erster Stelle stehen! Ich wünsche mir echte Unterstützung bei der Kita-Platz-Suche. Ich wünsche mir, dass jede Familie einen Kita-Platz, fußläufig erreichbar, bekommt. Ich wünsche mir Zeit mit meiner Familie, die durch das tägliche, dreistündige Pendeln quasi nicht vorhanden ist. Ich wünsche mir glückliche Kinder, die sich wieder auf die Kita freuen.
Ich wünsche mir, dass Kita kein Luxusgut mehr ist, das nur durch Pendelei und den Besitz eines Autos möglich ist. Ich wünsche mir, dass tatsächlich Kita-Plätze vorgeschlagen werden, die in Fußnähe erreichbar sind. Ich wünsche mir ein besseres Kita-System, das ohne Anstehen auf 100 Listen ohne Gewähr auf einen Kita-Platz funktioniert. Ich wünsche mir doch nur zwei gute Kita-Plätze!
 

 
Sehr geehrte Frau Scheeres,
Sehr geehrter Herr Müller,
 
weil wir keinen Kitaplatz für unser Kind fanden, habe ich meinen Job in einer Redaktion verloren. Mein Mann ist Erzieher an einer Grundschule und verdient so wenig, dass wir nun auf Sozialleistungen angewiesen sind. Der fehlende Kitaplatz hat uns finanziell in eine existentielle Krise gestürzt und einen Großteil unserer Ersparnisse aufbrauchen lassen. Da wir um die Kitakrise wussten, haben wir uns bereits auf Wartelisten von Kitas bei uns im Kiez setzen lassen, als ich im dritten Monat schwanger war. Nach der Geburt fragten wir weitere Kitas an. Bei vielen kamen wir nicht mal mehr auf die Warteliste, dabei wollten wir doch erst einen Platz in 12 Monaten!
 
Wir standen bei über 40 Kitas auf der Liste, angefragt haben wir bei fast 100. Als unser Kind dann ein Jahr alt wurde, konnte ich nicht in meinen Job zurück kehren. Mein Arbeitgeber hielt mir meine Stelle für drei Monate frei, danach vergab er sie anderweitig. Nun bin ich arbeitslos. Unsere Kind hat nun einen Platz in einer Kita bekommen. Dies aber auch nur, nachdem wir seit 26 Monaten auf der entsprechenden Warteliste standen und uns immer wieder in Erinnerung gerufen haben. Das ist Irrsinn! Sowohl für die Eltern als auch die Erzieherinnen, die einen bürokratischen Mehraufwand sondergleichen haben.
 
Mein Mann arbeitet als staatlich anerkannter Erzieher an einer Grundschule in einer JÜL-Klasse. Das heißt, er leistet ähnliches wie die Grundschullehrer, ist aktiv am Unterricht beteiligt, lehrt, korrigiert und fängt Spannungen auf, wenn Kinder mit Integrationsstatus (das entsprechende Fachpersonal fehlt auch hier) seine Aufmerksamkeit brauchen. Er verdient soviel weniger als Lehrerinnen, und dass, obwohl seine Arbeitszeit und die gesamten Konditionen bedeutend schlechter sind. Viele seiner Arbeitskollegen und Kolleginnen sind dauerkrank, einige haben Burnout oder stehen kurz davor, gleichzeitig steigen die Zahlen von Kindern mit Integrationsstatus.
 
Die Frustration über die zutiefst prekären Arbeitsbedingungen wird, sowohl auf Eltern als auch auf Pädagogenseite, immer größer und Ihr politisches Handeln ist nun gefragt!
 
Was ich mir zu Weihnachten wünsche:
 
Eine faire Bezahlung der ErzieherInnen und damit eine Förderung des Berufes. 100%ige Ausfinanzierung der Kitas, damit die finanzielle Last nicht auf die Träger abgewälzt wird. Eine Angleichung des TdL um mindestens 2 Stufen auf TdL 10 bzw. TdL11. Den ErzieherInnen ist mit 100 Euro Netto mehr im Monat nicht geholfen, das wäre nur allzu höhnisch in Anbetracht der Verantwortung und der Arbeit, die diese Menschen täglich leisten. Zumal, wie man an unserem Beispiel sieht, sogar eine tarifgetreue Bezahlung nach TdL9 (sogar unter Einbezug der langjährigen Arbeitserfahrung) nicht ausreicht, um eine dreiköpfige Familie vor Hartz4 zu schützen. Das ist ein Versagen der Politik!
 
 

Lieber Michael Müller,

Seit mein Sohn in die Kita gekommen ist (10 Monate) arbeiten unsere Erzieher*innen in der Unterdeckung. Das bedeutet: es sind dauerhaft mehr Kinder pro Erzieher*in als eigentlich laut Personalschlüssel sein dürfte. Bei dem ohnehin schon beschissenen (entschuldigen Sie das Wort allerdings kann man es mittlerweile nicht netter in Watte packen) Erzieher*innenschlüssel in Berlin, in meinen Augen eine Katastrophe. Wir gehen also oft mit einem beschissenen Gefühl zur Arbeit und wissen das Kind wird in der Zeit maximal so betreut, dass nichts passiert – sonst findet da gar nichts statt. Über pädagogische Konzepte lache ich mittlerweile.

Wie sollen zwei Erzieherinnen in Teilzeit mit 24 Kindern (3 Jahre) pädagogisch arbeiten, nebenbei Sprachlerntagebücher ausfüllen, Quereinsteiger einlernen, Ausflüge planen etc. Was ich mir zu Weihnachten wünsche: WESENTLICH mehr Geld für Erzieherinnen!!!!Es gibt im Land eine Zulage über 1.000/Monat für mangelnde Fachkräfte im IT Bereich – warum nicht im Erzieher*innenbereich? Wer soll das Land Berlin (Deutschland) denn digitalisieren, wenn die Hälfte der Personen gezwungen ist zu Hause zu bleiben?

Als Personalerin kann ich folgende einfache Mittel empfehlen: – wesentliche Steigerung des monetären Anreizes – KEINE Anrechnung von Quereinsteigern/ Studenten/ Azubis auf den Personalschlüssel (hallo in welchem Wirtschaftsbetrieb werden die jemans voll auf den Schlüssel angerechnet??!!??) – die Lernen verdammt nochmal – mehr Wertschätzung!!


Lieber Herr Müller,

Es gibt scheinbar kaum eine Regelung für Kitas, wie mit Personalknappheit wegen krankheitsbedingter Ausfälle umgegangen wird. Dabei ist man manchmal dazu gezwungen viel zu große Kindergruppen betreuen zu müssen, ohne Rücksicht auf rechtliche und Absicherungstechnische Vorgaben nehmen zu können. Dabei kann man dann nur hoffen, dass kein Unfall geschieht und man nicht wegen Verletzung der Aufsichtspflicht angeschwärzt wird.

Was ich mir zu Weihnachten wünsche: Eine klare Regelung, wie krankheitsbedingte Personalausfälle abgedeckt werden können, ohne dass dabei Rechtliche und Absicherungstechnische Vorgaben verletzt werden müssen und die Fachkraft dadurch entlastet wird. Außerdem wünsche ich mir, dass Erzieher*innen ein höheres Gehalt bekommen, was mit der Gehaltshöhe von Lehrer*Innen vergleichbar ist. Erzieher*innen leisten nämlich Bildungsarbeit die genauso wertvoll und wichtig ist, wie die Arbeit von Lehrer*Innen!

Lieber Michael Müller,

Für mich als Erzieher steigen die Anforderungen und Belastungen seit Jahren stetig an, während Bezahlung und Arbeitsbedingungen weiter ziemlich schlecht sind. Was ich mir zu Weihnachten wünsche: 500 Euro mehr monatlich außerhalb der Tarifverhandlungen (das ging bei den Lehrerinnen auch problemlos) und – wie die Grundschullehrerinnen – nur noch halbtags Arbeit mit den Kindern. Die restliche Zeit ist Vor- und Nachbereitungszeit


Lieber Herr Müller,

Mein Sohn kam vor drei Wochen auf die Welt, rund einen Monat zu früh. Zu den Sorgen um seine Gesundheit bei seinem Start ins Leben mit gerade mal 45cm und nur 2.225 Gramm gesellte sich auch schnell ein weiterer Gedanke: Oh Gott, nun muss ich einen Monat früher eine Kita finden – schon zu November nächsten Jahres! Denn mit seinem ersten Geburtstag beginnt für mich wieder der Arbeitsalltag!

Machen wir uns nichts vor – auch wenn ich seitdem ich von der Schwangerschaft wusste, die ersten Kitas angeschrieben hatte, die Wahrscheinlichkeit, dass ich in einem Jahr eine Betreuung habe ist gleich 0! Aber es hilft ja nichts – statt mich jetzt voll und ganz darauf zu konzentrieren, dass der Kleine an Gewicht aufholt und wächst und gedeiht wie ein Großer, statt mich mit meiner Zeit zu 100% unserem Sohn zu widmen, sitze ich täglich am Telefon und Laptop und kontaktiere weitere Kitas, in der Hoffnung auf ein kleines Wunder: Einen Betreuungsplatz…

Was ich mir zu Weihnachten wünscheEin faires, transparentes und unbürokratisches System zur zentralen Vergabe von Kita-Plätzen und zusätzlich mehr finanzielle Anreize für Erzieherinnen und Erzieher in Berlin.


Lieber Regierender Bürgermeister,

Wie mich die Kitakrise persönlich betrifft: Über Monate musste meine Familie um einen guten Betreuungsplatz und den Erhalt des Arbeitsplatzes bangen. Dazu ein unwürdiger und ineffizienter Bewerbungsmarathon.

Was ich mir zu Weihnachten wünsche: Ein sinnvolles, effizientes Platzvergabesystem und bessere Bedingungen für Erzieher und Kinder.


Lieber Michael Müller,

ich bin seit 1980 als Pädagogin in Kindertagesstätten sehr gerne tätig. Seit geraumer Zeit wechselt das Personal im Jahr 4-6 mal. Wie kann da denn den Jüngsten eine sichere, Bindung geboten werden? Wir brauchen endlich besser ausgebildete Fachkräfte, ein angemessenes Gehalt ab 3000,00€ Brutto aufwärts und einen realen Personalschlüssel von maximal 1:3 im Krippen Bereich. Offene Stellen, überlastete und unzufriedene Pädagoginnen, sowie zuviele nicht ausgebildetet Mitarbeiterinnen sind nicht die Grundlage für ein funktionierendes Bildungssystem im frühkindlichen Bereich.

Was ich mir zu Weihnachten wünsche: Weniger Kinder pro Pädagogin, nicht noch weniger Quadratmeter pro Kind in Kindergärten, sodass die Anzahl der Kinder in einem Kindergarten aufgestockt werden. Ich möchte wieder entspannter den Worten eines Kindes lauschen können.


Lieber Herr Müller,

Wir suchen für kommendes Jahr ab spätestens August in Steglitz einen Kitaplatz für unsere Tochter, da wir ab Juni kein Elterngeld mehr bekommen und Mama wieder arbeiten muss. Unser Gehalt und die hohe Miete lassen es leider nicht zu, dass nur einer arbeiten geht. Es gibt aber nur Wartelisten und keine festen Zusagen, so dass das Thema wie ein Damoklesschwert über uns schwebt. Was machen wir, wenn wir keinen Kitaplatz bekommen?

Was ich mir zu Weihnachten wünsche: Ein zentrales Kitaplatz-Vergabe- bzw. Wartelistensystem, damit wir Eltern uns nicht auf alle möglichen Wartelisten schreiben müssen und uns gegenseitig die vorhandenen Plätze blockieren. Damit hätte man schon wesentlich mehr Planungssicherheit und der Senat wäre in der Lage den Bedarf realistisch abzuschätzen und flexibel zu reagieren, wenn in einem Bezirk die Plätze knapp werden. Als Alternative könnten wir uns auch vorstellen, dass das Elterngeld in der Übergangszeit weiter bezahlt wird, bis man einen sicheren Kitaplatz hat.


Lieber Michael Müller,

Wie mich die Kitakrise persönlich betrifft: Ich muss mit der Stundenanzahl auf Arbeit runtergehen,dass heißt wir haben weniger Geld. Was ich mir zu Weihnachten wünsche: Einen Kitaplatz. Und das die Kitas bei der Wahl aufhören zu diskriminieren. Ja wir haben einen Jungen und kein Mädchen. Nein wir sprechen keine 2.Fremdsprache fließend und nein wir haben auch kein Geschwisterkind.


Sehr geehrter Herr Müller,

Wie mich die Kitakrise persönlich betrifft: Lange keinen Kitaplatz gefunden und die Elternzeit mit suchen verbracht.

Was ich mir zu Weihnachten wünsche: Gute und vor allem sichere Betreuung unserer Kinder. Durch den Mangel an Erziehern, habe ich Bedenken, dass meine Tochter mit ihren 10 Monaten in der Kita nicht ausreichend betreut werden kann. Sie ist bei uns in der Kita der kleinste Knirps und braucht dementsprechend noch andere Zuwendung. Ich befürchte an manchen Tagen, dass die Erzieher/innen mit der Fülle und der Überbelegung dem nicht gerecht werden können. Ich bitte um einen besseren Betreuungsschlüssel und bessere Bezahlung der Miarbeiter, damit unsere Kinder gut betreut sind und schon jetzt von bester Förderung profitieren können.


Lieber Herr Müller,

Je länger diese aufreibende Suche nach dem Kitaplatz dauert, desto größer werden die existenziellen Ängste und die Spannungen in der Familie. Das nimmt so viel Raum ein, dass die weitere Familienplanung erst einmal auf Eis liegt. Das hier machen wir nämlich nicht noch einmal.

Ich wünsche mir eine zentrale Vergabe von Kitaplätzen, um nicht täglich herumtelefonieren zu müssen. Ich wünsche mir eine zeitliche Beschränkung für die Vormerkungen auf Wartelisten, denn wenn die Warteliste einer Kita schon voll ist, bevor man sich überlegen konnte, ob man das Kind überhaupt bekommt, dann ist das eine nicht akzeptable soziale Benachteiligung.

Lieber Michael Müller,

Es kostet so viel Zeit sich bei Unmengen an Kitas zu bewerben die teilweise weit weg von unserem Wohnort sind. Ich würde die Zeit lieber mit meinem Sohn verbringen. Ob wir einen Platz bekommen: Steht noch nicht fest. Das ist anstrengend die Ungewissheit. Was ich mir zu Weihnachten wünsche: Einen Kitaplatz und Weltfieden 🙂 beides unwahrscheinlich


Sehr geehrter Herr Müller,

Als Direktor des PFH muss ich mich berechtigten Fragen der Sozialpädagog*innen stellen.

Wir dürfen die Fachkräfte im Feld heute nicht mit immer neuen Aufgaben belasten, ohne ihnen eine berechtigte Hoffnung auf strukturelle Verbesserungen in der nahen Zukunft zu geben.


Dear mayor,

The Erzieher*innen at my children’s kita are completely over-worked. Today as I dropped off my children (1 year old and 3 years old) I saw one Erzieherin looking concerned, saying to herself as she hurried to another room ‚Wer ist das, der weint??! Wir brauchen mehr als zwei Erzieherinnen in dieser Gruppe!‘ We have lost so many wonderful Erzieher*innen at our kita who have decided to do different jobs (like work at ‚hort‘ instead of kita). I am afraid my two children cannot connect to the Erzieher*innen and build a relationship with them, due to them constantly changing. We have a huge amount of Erzieher*innen from the ‚Zeitarbeit-Firma‘ who are only there for a few months and then leave again. It is very upsetting to see these Erzieher*innen suffer, I understand that they do not want to work at a kita anymore.

I wish the politicians would make children a real priority and appreciate the work that Erzieher*innen do. I wish for *significantly* better pay for Erzieher*innen and better working conditions.


Lieber Michael Müller,

Wie mich die Kitakrise persönlich betrifft: Das ich bangen muss ob ich nach der Elternzeit wieder arbeiten gehen kann, weil alle Kitaplätze belegt sind für 2019. Und eben nicht ne Kita die zu weit weg ist, sondern eine in unmittelbarer Nähe ist. Was ich mir zu Weihnachten wünsche: Einen Kitaplatz zu Mai 2019 in unserer Wunschkita


Lieber Michael Müller,

Wie mich die Kitakrise persönlich betrifft: Kein Personal, zu große Gruppen, Höhe Anforderungen, zu wenig Gehalt

Was ich mir zu Weihnachten wünsche: Jemanden der versteht, mehr Gehalt, weniger Wochenarbeitsstunden, kleinere Gruppen


Lieber Bürgermeister,

Wir suchen für nächstes Jahr einen Kitaplatz und erhalten nur Absagen. Wie soll man die Elternzeit genießen, wenn man die Zeit nur noch mit der Suche nach einem Platz sucht, der uns zusteht? Wir müssen beide arbeiten gehen. Es gibt keine Alternative! Wie soll das weitergehen? Was ich mir zu Weihnachten wünsche: Eine Zusage .


Lieber Michael Müller,

Mein Kind ist vier Monate alt und alle Kitas machen uns keine Hoffnung auf einen Platz im Sommer. Wenn wir anrufen oder vorbeigehen, spulen sie den gleichen Text ab. Sie haben viele Bewerbungen von Jungs, haben Geschwisterkinder, die Vorrang haben, sie haben nicht genügend Erzieher und wir können uns gern auf die Warteliste schreiben lassen. Im Grunde ohne Aussicht auf Erfolg. Das stresst, vor allem weil wir wieder arbeiten gehen. Die Mieten sind ja von einem Einkommen nicht mehr zu bezahlen.

Was ich mir zu Weihnachten wünsche: Einen Platz in einer tollen Kita für mein Kind


Lieber Michael Müller,

Hilfesuchend kommen die Kolleg*innen zu mir und finden manchmal bei mir erstmals ein offenes Ohr für ihre Probleme, weil andere keine Zeit hatten zuzuhören oder selbst überlastet waren. Die Erzieher*innen wollen eine gute Arbeit leisten, stoßen jedoch immer öfter an ihre Grenzen. Sie haben kaum Zeit für das Planen von Angeboten und für die Dokumentation von Entwicklungsschritten der Kinder, häufig müssen sie Überstunden leisten, sind für immer mehr Kinder zuständig, weil sie ungelernte und unerfahrene Kolleg*innen erst noch einarbeiten und anlernen müssen. Zeit um Konflikte am Arbeitsplatz zu lösen und miteinander zu reden ist kaum vorhanden.Wie soll es uns, unter diesen Bedingungen, gelingen Personal zu halten, zu motivieren und zu gewinnen?

Was ich mir zu Weihnachten wünsche:

Entlastung der pädagogischen Fachkräfte. Bevor die Politik mehr Kita-Plätze fordert, sollten die Rahmenbedingungen stimmen und für ausreichend qualifiziertes Personal gesorgt werden. Eine bessere Bezahlung für die hoch anspruchsvolle Tätigkeit von Erzieher*innen ist ebenfalls wünschenswert. Nur wenn der Beruf als Erzieher*in atraktiver wird, ist es möglich die dringend notwendigen Kita-Plätze zu schaffen.


Lieber Regierender Bürgermeister,

Ich habe immer noch keinen Kitaplatz für mein Kind. Ich wünsche mir ab Januar einen Kitaplatz für mein Kind, damit mein Partner und ich weiter den Berliner Schuldienst als Lehrkräfte mit am Laufen halten können.

Lieber Herr Müller,

Wir suchen für unsere Tochter einen Kita-Platz ab August 2019. Mehr als 30 Kindergärten wurden kontaktiert. Zum größten Teil gab es bereits am Telefon eine Absage. Es bestand nicht einmal die Möglichkeit auf eine Warteliste zu kommen. Auch das Jugendamt wirkt dabei nicht unterstützend. Schon beim ersten Termin wurde deutlich, dass es nahezu aussichtslos ist, einen Kita-Platz zu bekommen. Wir wünschen uns einen Kita-Platz für unsere Tochter. Nicht nur um wieder in das Berufsleben einsteigen zu können, sondern vor allem um ihr die Möglichkeit zu geben, soziale Kontakte zu anderen Kindern zu bekommen und bestmöglich gefordert und gefördert zu werden.


Lieber Herr Müller,

Seit der Schwangerschaft suchen wir ohne Erfolg nach einem Kitaplatz für unseren Sohn, der mittlerweile 14 Monate alt ist. Wir sind die Leidtragenden massiver Versäumnisse und struktureller Probleme. Nicht nur, dass unserem Sohn der Anspruch auf frühkindliche Förderung in einer Gruppe mit anderen Kindern durch professionelle Betreuungspersonen verwehrt wird, für uns bedeutet die Situation die Gefahr des Verlustes des Arbeitsplatzes und eine massive finanzielle Belastung sowie eine große Unsicherheit und Zukunftsängste.

Wir wünschen uns, dass zeitnah und unkompliziert neue Betreuungsplätze geschaffen werden, Erzieher*innen fair bezahlt werden und damit der Beruf attraktiver wird. Wir wünschen uns ein transparentes und einheitliches Bewerbungs- bzw. Vergabesystem und eine grundsätzliche und kompetente Unterstützung durch das Jugendamt verbunden mit einer Offenheit für Übergangslösungen und Alternativen. Die Lösung kann nicht sein, abzuwarten, bis Eltern klagen und halbherzige Lösungsvorschläge zu unterbreiten. Hier besteht ein dringender Handlungsbedarf!


Lieber Michael Müller,

Ich habe von 2013 bis 2016 nochmal eine berufsbegleitende Ausbildung zur Erzieherin absolviert. Mein eigenes Kind war zu der Zeit 3 Jahre alt. Ich habe sehr viel private Zeit mit der eigenen Familie opfern müssen, um den Anforderungen der Fachschule und meiner Einrichtung gerecht werden zu können. Zudem musste ich jeden Monat Schulgeld bezahlen… Heute braucht das keiner mehr, wo ist da bitte die Gerechtigkeit?! Ich habe eigentlich sehr frühzeitig allein in verschiedenen Gruppen gearbeitet, wie ein Springer, geht ja auch nicht anders wenn Personal fehlt.

Nach meinem Abschluss habe ich nahtlos eine Eingewöhnungsgruppe mit 15 Kindern übernommen und hinzu kam eine Auszubildene, die ich seitdem versuche anzuleiten. Was sehr schwierig ist wenn diese ständig in anderen Gruppen aushelfen muss. Bitte erklären Sie mir doch auch bitte mal den neuen Personalschlüssel… meinen Sie wirklich Kinder sind ab 3 Jahre anspruchsloser?? Ich sag nur Trotzphase und hinzu kommen unzählige Verhaltensauffälligkeiten, die sich im Laufe der Zeit im Kitaalltag rauskristallisieren. Und auch wenn ich keine Heil-oder Integrationserzieherin bin, muss ich trotzdem mit diesen Kindern arbeiten… bezahlt bekomme ich das nicht.

Ich sag nur Zulage für Erzieher in Brennpunkteinrichtungen, wo ist da die Chancengleichheit bitte? Grundsätzlich darf meiner Meinung nach auch nicht mehr zwischen öffentlichen und privaten Trägern unterschieden werden was die Vergütung betrifft…Chancengleichheit! Im Großen und Ganzen fehlt einfach eine große Schippe Anerkennung und Wertschätzung für all diejenigen, die in ihrer täglichen Arbeit mit den Kindern, den Grundstein für Werte, Normen und für Bildung legen. Wir verbringen mehr Zeit mit Kindern anderer als mit unseren eigenen und wir müssen uns eine ganze Menge gefallen lassen.

Was ich mir zu Weihnachten wünsche

Das ist das 3.Jahr in Folge, in dem unser Träger kein Weihnachtsgeld zahlen kann. Und trotzdem bin ich noch dort weil ich meinen Beruf liebe, mein Team super ist und mir meine Gruppe am Herzen liegt. Die Frage ist, wie lange meine Motivation noch anhält wenn ich als alleinerziehende Mutter nichtmal für einen Urlaub sparen kann weil die Lebenshaltungskosten so hoch sind…. Ich hätte gerne auch mehr Zeit für meinen Sohn, der mittlerweile in die 3.Klasse geht, ich könnte mir das aber nicht leisten nur 30 Stunden die Woche zu arbeiten.

Generell hat man als alleinerziehendes Elternteil nur Nachteile. Das darf nicht sein. Ich wünsche mir, dass jeder Erzieher/Erzieherin Weihnachtsgeld bekommt. Ein fester Betrag vom Senat , für alle gleich und dieser darf von Trägern für nichts anderes verwendet werden. Denn in den letzten 3 Jahren sind unsere Sonderzahlungen in die Instandhaltung der Einrichtungen unseres Trägers geflossen. Und warum? Weil Kitas nicht zu 100% ausfinanziert werden.


Lieber Michael Müller,

Ich bin permanent am absoluten Limit. Ich werde meinen Aufgabe nicht gerecht. Den Kindern zu hören sie abholen wo sie sind. Eltern ein Ohr geben Ihnen beistehen bei ihren Sorgen und Nöte. Den Kindern das geben jedem einzelnen was er /Sie braucht. Ich möchte einfach STRESSFREI meinen heiss geliebten Job gerecht werden . Dies geht zur Zeit nur auf Kosten meiner Kräften, weil der Personalschlüssel nicht ausreichend ist. Wir benötigen mehr Erzieher und Erzieherinnen!

Was ich mir zu Weihnachten wünsche: Mehr Personal!